Der Künstler und sein Werk. Foto: Kunstverein

Kultur / Langenfeld, 13.04.2010

Lettische Vögel im Kunstverein

Beinahe wäre er nicht gekommen, der lettische Bildhauer aus Riga. Wegen der Vulkanasche waren die Flüge gestrichen.


LKW-Fahrt

Da ist er kurzentschlossen auf den LKW, der seine Kunstobjekte von Riga nach Langenfeld bringen sollte, aufgesprungen. So konnte Igors Dobicins, der Bildhauer, der die zum Teil 200 Kilo schweren Vögel zusammengestellt hat, seine Kunstobjekte erstmals richtig fühlen: Er saß nämlich auf einem dieser Vögel während der ganzen Strecke. 

Willkommen Baltikum

Igors Dobicins, Jahrgang 1958, studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule in Riga. Er stellt regelmäßig im In- und Ausland aus, beteiligt sich an internationalen Bildhauersymposien. Er arbeitet mit verschiedenen Materialien, häufig mit Granit und anderen Steinen, aber auch mit Holz, Karton, Stahl, Aluminium… Seine Werke wurden mehrfach prämiert. Vor dem Zerfall der Sowjetunion wurden Künstler staatlich gefördert. Nach der Desintegration müssen sie sich nun selbst erhalten. Dennoch können besonders fähige Künstler manchmal, ein Stipendium für neue Projekte erhalten. Seine stilisierten Vögel aus Aluminium, die er im Kunstverein Langenfeld ausstellt, wurde entsprechend von lettischen Kulturamt unterstützt. Im Rahmen des Jahresmottos der Stadt Langenfeld „Willkommen Baltikum“ ist Igors Dobicins zu Gast im Kunstverein Langenfeld.

Dialog

Bei der Eröffnung des Gastateliers, das durch die Stadt Langenfeld gefördert wird, hob Felix Fehlau, Vorsitzender des Kunstvereins, hervor, dass Gastateliers eine lange Tradition im Verein haben und stets willkommen sind. Unser Gast, Igors Dobicins, vertrat die Auffassung, dass moderne Kunst niemals als etwas Fertiges zu betrachten ist. Sie ist immer „Work in Progress“, so ist sie immer unfertig. Kommunikation mit ihm ist nicht schwer, da er auch Deutsch und Englisch spricht. Er spricht gern über seine Kreationen, über die Techniken, die er verwendet. In den nächsten Tagen wird es Gelegenheit geben, ihn bei seiner Arbeit zu beobachten und mit ihm darüber zu sprechen. Er, wie auch andere Besucher, unterstrichen die herzliche Atmosphäre im Langenfelder Kunstverein. Anders als bei vielen anderen Ausstellungen wird hier die Kunst und nicht so sehr der Künstler in den Vordergrund gestellt. Dadurch wird die Schranke zwischen Künstler und Kunstinteressierten abgebaut und ein Dialog ermöglicht.

Das Programm:

Bis 23. April (in der Regel 10 Uhr bis 17 Uhr): öffentliches Arbeiten, Freitag, 23. April 19.30 Uhr: Finissage, Vorstellung der fertig gestellten Arbeit.

Die Ausstellung bleibt geöffnet bis zum 2. Mai 2010. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist zu sehen im Kunstverein, Hauptstraße 135,  40764 Langenfeld. (Vijay Kothari)

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