Die Reisegruppe im Theater in Caesarea maritim. Text & Foto: Steinbrücker

Kultur / Monheim, 03.05.2010

Pfarrer Werner Köhl in Israel

Eine 18-köpfige Reisegruppe aus Monheim, Langenfeld und einigen anderen Orten weilte jetzt anlässlich einer spannenden Tour in Israel.


Nazareth und Haifa

„Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Besagte Gruppe stieg den „Berg der Seligpreisungen“ am See Genezareth hinauf, um die Worte Jesu von Pfarrer Werner Köhl aus Monheim zu hören, der diese Gruppe 13 Tage lang durch Israel begleitete. Sie sind heute aktueller denn je. Der frühere Reusrather Pfarrer (1983-1996) kennt sich seit Jahrzehnten in Israel aus und braucht bei vielen Touren kaum eine Straßenkarte.  Die erste Station im Heiligen Land war das Tote Meer. Gleich am ersten Tag nach der Ankunft konnte die Gruppe bei der Besteigung des (Salz-)Berges Sedom ihre Kletterkünste beweisen (Frau Lot ließ grüßen). Beim anschließenden Bad im Toten Meer meinte eine Teilnehmerin: „Ich hätte nie geglaubt, dass man dort auf dem Rücken liegend Zeitung lesen kann.“ Weitere Herausforderungen für die Gruppe waren das Wadi David in der Judäischen Wüste zum David-Wasserdall und zur Davidshöhle – zuletzt über Steigeisen -,  wo Pfarrer Köhl die Geschichte von David und Saul erzählte, und am nächsten Tag die Masada, circa 450 Meter über dem Toten Meer. Die Stätten des Wirkens von Jesus am See Genezareth wie die Brotvermehrungskirche in Tabgha sowie Kapernaum wurden ebenso besucht wie die Jordanquellen, die Festung Nimrod, Gamla und der Golan. Weitere Ziele waren Jesu Geburtstadt Nazareth, die Kreuzfahrerstadt Akko und Haifa, die größte Hafenstadt Israels mit Spuren deutscher Einwanderer. Drei Tage verbrachte die Gruppe im Kibbuz Ashdort Ya’acov Ichud. Die Begegnung mit Rahel Beck, einem 87-jährigen Kibbuz-Mitglied aus Wien, hat nachdenklich gemacht. Sie hatte alle Angehörigen im KZ verloren und war als 16-jährige nach Israel gekommen. „Das war heute genau vor 71 Jahren“, erzählte sie. Im Kibbuz fühle sie sich gut aufgehoben. „Ich war inzwischen 13-mal in Wien, zuletzt mit einem Enkel.“
Judenverfolgung

Menschliche Begegnungen waren auch an anderer Stelle wichtig und schön. So nahm einer der Reisebusse, von Jens Köhl gefahren, zwei junge Frauen vom Kibbuz ein Stück mit. „Ich finde das toll, dass man gleich ins Gespräch kommt“, meinte Jens.  Ein reichhaltiges Programm bot die Stadt Jerusalem, auf dem Weg vom Ölberg (Mount Oliva) zum Garten Gethsemane mit uralten Olivenbäumen und weiter zur Klagemauer und zur St. Anne-Kirche, in der die Gruppe Lieder anstimmte und die unvergleichliche Akustik genoss: „Ihr Mächtigen, ich will nicht singen eurem tauben Ohr“, „Gloria“, „Halleluja“, „Dona nobis pacem“. „Man möchte am liebsten immer weiter singen“, schrieb Arno Gerstenberger ins Reisetagebuch. Berührendes und Nachdenkliches hinterließ der Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit all den Schrecken der Judenverfolgung, aber auch die Führung durch das Babyhospital Betlehem mit der Chefärztin Dr. Hiyam Awad Marzouqa, die über die problematische medizinische Versorgung in Anbetracht der Mauer und der Checkpoints berichtete. „Hoffnung gibt uns immer wieder der Besuch von Gruppen wie der Ihren“, sagte sie zu den Besuchern. Frieden mit den Nachbarn hätte das Land bitter nötig, er würde allen viel Leid ersparen.

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