Regional / Vermischtes / Haan, 12.05.2021

Antworten des Kreises Mettmann

KREIS METTMANN. Die zahlreichen Fragen zu den Inzidenzwerten und zur Impf-„Performance” im Kreis Mettmann hat der Kreis hier noch einmal zusammengefasst dargestellt.

 

Zu den Infektionszahlen und zur Inzidenz:

Ausgesprochene „Hotspots” gibt es im Kreis Mettmann nicht. Das Infektionsgeschehen ist nach wie vor sehr diffus und erstreckt sich vor allem auf den privaten bzw. familiären Bereich. Zwar gab es zuletzt einige Ausbrüche in Flüchtlingsunterkünften, doch selbst wenn man diese aus den Infektionszahlen herausgerechnet hätte, wäre die Inzidenz im Kreis nicht unter den Schwellenwert von 165 gesunken. Zudem wird gerade mit mobilen Teams in den Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften in den kreisangehörigen Städten geimpft.

Personelle Ausfälle

Zum Monatswechsel April/Mai hatte der Kreis durch personelle Ausfälle und gleichzeitige technische Probleme eines Labors nicht unerhebliche Rückstände bei der Meldung von Infektionsfällen an das RKI. Deshalb sank der Inzidenzwert scheinbar und erreichte am 2. Mai einen unrealistisch niedrigen Wert von 152. Anfang der vergangenen Woche wurde deshalb noch einmal zusätzliches Personal im Gesundheitsamt eingesetzt, um die Fälle aufzuarbeiten. Durch die Nachmeldungen flossen täglich über 200 Neuinfektionen in die Statistik ein, wodurch der Inzidenzwert rechnerisch auf über 200 anstieg. Am Montag (10. Mai) lag die Inzidenz rechnerisch bei 224,5. Inzwischen ist der Rückstand bei der Erfassung der Neuinfizierten jedoch aufgearbeitet. Die inzwischen wieder tagesaktuellen Erfassungen haben in den vergangenen Tagen gesunkene Infektionszahlen ergeben, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich der Inzidenzwert auch im Kreis Mettmann in den kommenden Tagen deutlich nach unten entwickeln wird.

„Eingefrorenen” Werte

Zu der zuweilen angestellten Vermutung, dass der Kreis in der vergangenen Woche bei tagesaktueller Erfassung der Neuinfektionsfälle den für die Schulöffnung maßgeblichen Inzidenz-Schwellenwert von 165 womöglich unterschritten hätte, ist zu sagen, dass dem nicht der Fall ist. Der Wert wäre nicht – und schon gar nicht an den erforderlichen fünf aufeinanderfolgenden Tagen – unterschritten worden. Auch korrigiert das RKI die Inzidenzwerte nicht rückwirkend und erklärt dazu: „Bei den 7-Tage-Fallzahlen und -Inzidenzen für frühere Tage muss berücksichtigt werden, dass es sich um die jeweils an dem angegebenen Tag berichteten Werte handelt, die nicht durch an Folgetagen nachübermittelte Fälle aktualisiert werden (für den Berichtstag 'eingefrorene' Werte). Diese Werte sind für das In- und Außerkrafttreten der bundeseinheitlichen Maßnahmen nach § 28b des Infektionsschutzgesetzes ('Bundesnotbremse ') maßgeblich. Die Zugrundelegung der  'eingefrorenen' Werte stellt sicher, dass die Werte keinen Schwankungen unterliegen und sich die von den Maßnahmen Betroffenen auf das In- bzw. Außerkrafttreten dieser mit einem zeitlichen Vorlauf einstellen können.”

Zur Impf-Performance:

Zu dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass der Kreis Mettmann ein besonders langsames Impf-Tempo an den Tag lege, weist der Kreis auf Folgendes hin: Das oft zitierte „Ranking” fußt auf den Angaben der kassenärztlichen Vereinigung. Der Kreis Mettmann ist nicht schlechter als andere Kommunen. Der Kreis verimpft alles, was ihm an Impfstoffmengen zugewiesen wird, und bemüht sich fortgesetzt um zusätzliche Kontingente. Im Mai erhält der Kreis deshalb immerhin 13.200 Impfdosen mehr als im Impferlass des Landes vorgesehen. Allerdings bekommen andere Kommunen mit zum Beispiel großen Krankenhäusern bzw. Kliniken noch mehr Impfstoff. Obendrein leben im Kreis Mettmann mehr alte und vorerkrankte Menschen als in den meisten anderen Kommunen, was in der Impfstoffzuteilung (trotz zum Teil erfolgreicher Intervention beim Land) nicht adäquat berücksichtigt wird. Hinzu kommt, dass die kassenärztliche Vereinigung nicht alle Impfungen in Einrichtungen und Krankenhäusern erfasst hat. Schließlich wird derzeit immer wieder die Frage aufgeworfen, ob der Kreis Mettmann – dem Beispiel benachbarter Großstädte folgend – in verdichteten Wohnlagen mobile Impfaktionen durchführen wird, um die Durchimpfung bestimmter Stadt- bzw. Bevölkerungsteile voranzutreiben. Zu diesem Thema hat der Kreis bereits mit den Städten über die örtlichen Stäbe Kontakt aufgenommen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW hat mit Eingang des 19. Impferlasses vom 5. Mai in Aussicht gestellt, hierzu mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zuzugehen. Nach Eingang dieses angekündigten Erlasses und der Erkenntnis über entsprechend zusätzlich zugeteilte Impfstoffmengen wird der Kreis unverzüglich mit den kreisangehörigen Städten das weitere Vorgehen konkret abstimmen.

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